Bezahlen in Europa außerhalb des €-Raumes

Zunächst ein Rat, wie man es bei einer Reise nach England nicht machen sollte: € mitnehmen und im Gastgeberland tauschen – wie es immer noch manch ein Reiseratgeber empfiehlt. Ich war nach Ankunft in England in einer Kleinstadt in eine Bank gegangen mit dem Ansinnen, Euro in Britische Pfund zu tauschen. Dort erklärte man mir, dass ich ohne eigenes Konto dort nur Kleinstbeträge tauschen könne, und schickte mich weiter zum Post Office. Im Vertrauen darauf, in einer staatlichen Institution nicht übers Ohr gehauen zu werden, tauschte ich dort 850 €. Später stellte ich fest, dass man mir 9% Wechselgebühren berechnet hatte, umgerechnet über 76 €. Auch sonst wirtschaftete ich nicht optimal, so dass letztlich fast 6 % meiner Reisekosten für Geldwechsel draufgingen. Nach nachträglichem Studium diverser Preise rate ich zu folgendem Vorgehen, je nach dem, ob du eine Kreditkarte besitzt oder nicht:

Ohne Kreditkarte

Tausche vor deiner Reise in Deutschland in einer Filiale der Reisebank (400-)500 € in Fremdwährung. Dies kostet 10 €, also 2(-2,5)%. Man kann sich das Geld gegen eine Gebühr von 6,90 € auch nach Hause schicken lassen. Die Reisebank gehört zur Gruppe der genossenschaftlichen Banken (Volksbanken/Raiffeisenbanken) und hat Filialen auf Flughäfen und in größeren Bahnhöfen.

Im europäischen Ausland zahlst du dann alle Beträge über 100 €, wenn möglich, mit deiner Debitcard (deine normale Bankkarte mit Maestro– oder V Pay-Funktion). Meine Bank berechnet mir dafür eine Gebühr von maximal 1%. Alle anderen Beträge bezahlst du bar. Immer, wenn dir das Bargeld knapp wird, hebst du mit deiner Debitcard an einem Geldautomaten einer ordentlichen Bank* Fremdwährung im Wert von 500 € ab. Meine Bank berechnet mir dafür eine Gebühr von 5 € (=1%).

Vor Verlassen des Reiselandes wirfst du die Fremdwährungs-Münzen, welche übrig geblieben sind, in den Opferstock einer Kirche oder schenkst sie einem Armen, die Scheine kannst du bei Vorlage deiner vorhergehenden Kaufquittung gebührenfrei (!) an die Reisebank zurückgeben.

Mit Kreditkarte

Die Beschaffung von Bargeld vor Antritt der Reise entfällt. Die Kreditkarte (1,75% Gebühr) wird zu Beginn der Reise nur solange benötigt, wie noch kein Bargeld der Fremdwährung zur Verfügung steht und Kleinbeträge bis 57 € bezahlt werden müssen oder bei größeren Beträgen die Debitcard nicht akzeptiert wird.

Im Ausland suchst du den ersten ordentlichen Geldautomaten (bei einer ordentlichen Bank) auf und hebst mit deiner Debitcard (!, siehe oben) Fremdwährung im Gegenwert von 500 € ab (=1% Gebühr). Im Ausland zahlst du dann alle Beträge über 100 €, wenn möglich, mit deiner Debitcard (Gebühr von maximal 1%). Alle anderen Beträge bezahlst du bar. Immer, wenn dir das Bargeld knapp wird, hebst du mit deiner Debitcard an einem Geldautomaten einer ordentlichen Bank Fremdwährung im Wert von 500 € ab. Meine Bank berechnet mir dafür eine Gebühr von 5 € (=1%).

Wenn du gegen Ende der Reise davon ausgehen kannst, dass der Bedarf an noch zu einzuwechselndem Bargeld den Wert von 285 € überschreiten wird, holst du dir ein letztes Mal Bargeld mit der Debitcard. Wenn das Bargeld aufgebraucht ist, bezahlst du alle Beträge über 57 € (wenn akzeptiert) mit der Debitcard, alles andere mit der Kreditkarte.

Auf diese Weise lassen sich die Geldwechselgebühren deutlich unter einem Anteil von 2 % (ohne Kreditkarte) bzw. 1,75 % (mit Kreditkarte) der Reisekosten halten.


*An einem an einer Tankstelle aufgestellten Geldautomaten wurde ich mit 5 GBP + 5 € Gebühr doppelt geschröpft!

Basis für die oben gemachten Angaben sind folgende Konditionen:

  • Barabhebung im europäischen Ausland mit Debitcard: 1%, min. 5 €
  • Zahlung im europäischen Ausland mit Debitcard: 1%, min. 1, max. 5 €
  • Barabhebung mit Kreditkarte: 3%, min. 5 €, +1,75%
  • Zahlung mit Kreditkarte: 1,75%

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